SCHWARZENEGGER, ARNOLD (Kurz-Bio)

Warum ich den Terminator für hochbegabt halte?



Muskelprotz wird König, oder: Ein Hochleistungssportler auf dem Weg zum politisch mächtigsten Menschen der Erde.

 
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[2007-08-09 ok / ur 2004-04-10]


(Autor: Jürgen vom Scheidt)


2007-08-09
Zu seinem 60. Geburtstag überschlagen sich die Medien geradezu mit Würdigungen von Arnies beeindruckendem Aufstieg vom schlichten Bodybuilder zum Gouverneur von Kalifornien, dem wichtigsten Bundesstaat der USA und sechswichtgsten Wirtschaftsgebiet unseres Planeten.
Einen äußerst interessanten politischen Aspekt hat Marc Hujer im Spiegel (Nr. 31 vom 30. Juli 2007) herausgearbeitet: Ein ganz spezieller "amerikanischer Alptraum" ist Arnie für den Kennedy-Clan geworden, in den er - über John F. Kennedys Nichte Maria Shriver - eingeheiratet hat. Er wird bereits als eines der größten politischen Talent der Gegenwart in den USA gehandelt, der an die Kennedy-Tradition erstmals wieder erfolgreich anknüpfen könnte (Präsident, Justizminister und Senator waren einmal drei Kennedys in den 60-er Jahren zur selben Zeit) - auch wenn er selbst, als Auslandsgeborener, bisher nicht Präsident werden kann. Aber auch da gibt es durchaus Chancen - denn er verkörpert als Republikaner bereits so viele Tugenden und politische Ziele der Demokraten, daß ihm selbst dieser einst so größenwahnsinnige Jugendwunsch ("Präsident von Amerika werden") noch zu Wirklichkeit werden könnte.

Keine Größe ohne Größenwahn!

Wenn ihm dies gelingt, hat er die Geschichte des Helden seines ersten Erfolgsfilms Conan der Barbar selbst vollendet: vom muskelstrotzenden Mühlensklaven über den siegreichen Gladiator und Abenteurer zum König mit der Juwelenkrone.

Man darf weiterhin gespannt sein, wie das mit Arnie weitergeht. (Auch wenn man sein Faible für die Todesstrafe nicht teilt.)



2007-07-24
Eindrucksvolle Dokumentation auf arte über die Karriere des Österreichers, der es aus sehr kleinen Verhältnissen (der Vater war Dorfpolizist in dem kleinen Dorf Thal nahe Graz) bis zu einem der mächtigsten Männer der Welt geschafft hat: Als Gouverneur von Kalifornien regiert er inzwischen den sechsgrößten Wirtschaftsraum der Erde!

Diese Dokumentation ist nicht zuletzt aufschlußreich und enorm lehrreich, was die Problematik vieler Hochbegabter aus einfachen Verhältnissen betrifft. Die Entwicklung ist bei Schwarzenegger besonders abenteuerlich und sehr eindrucksvoll und könnte aus einem der Filme stammen, in denen er mitgespielt hat:
° vom ehrgeizigen Bodybuilder (siebenmal Mister Universum und der jüngste Titelgewinner noch dazu)
° über den erfolgreichen Unternehmer (Chef eines Bodybuilding-Versands plus einer Bausanierungsfirma - und das nach abgeschlossenem Hochschulstudium in Betriebswirtschaft in Kalifornien)
° zum bestbezahlten Schauspieler der Welt
° und inzwischen zweimal gewähltenm Gouverneur.

Eine Karriere, die auch noch die Einheirat in einen der mächtigsten politischen und auch finanziell bedeutungsvollen Clan der USA - den der Kennedys - beinhaltet. In Europa wäre so ein phänomenaler Aufstieg undenkbar gewesen - in den USA war es möglich.
(Über diese faszinierende Thematik mehr an anderer Stelle mehr: AUFSSTIEGS-PROBLEME Hochbegabter )



2006-12-06
Meine Vermutung, daß A.S. ein Hochbegabter ist, wurde durch seine Wiederwahl zum Gouverneur von Kalifornien im Oktober 2006 bestätigt. (s.u.)



Warum ich Arnold Schwarzenegger für einen Hochbegabten halte


Unter meinen Beispielen für Hochbegabte (ich nennen diese Kurzbiographien Brain Spots) befinden sich eine ganze Reihe bekannter Personen, die über jeden Zweifel erhaben sind: RAVI SHANKAR zum Beispiel, der indische Musiker, oder JOANNE K. ROWLING, die Autorin von HARRY POTTER (Kurz-Bio).

Gewissermaßen den Härtetest liefert allerdings jemand anderer, mit dem ich mich nun befassen möchte. Ich habe Arnold Schwarzeneggers Weg seit seinem ersten Film verfolgt (wahrscheinlich deshalb, weil Tarzan einer der Helden meiner Jugend war und ich mir mit 14 einen Expander kaufte, um meine Muskeln zu trainieren). Die Kritiker haben den Naturburschen und Bodybuilder immer mit Spott überschüttet, weil er so ein schlechter Schauspieler ist. Aber der Mann hat es inzwischen (August 2007) auf den "Thron" des wichtigsten Bundesstaates der USA und zugleich des sechswichtigsten Wirtschaftsraums der Welt, nämlich Kalifornien, geschafft, und das kommt nicht von ungefähr.

Charme und Charisma gestehen ihm auch kritisch Eeingestellte in hohen Maßen zu, außerdem Humor und Selbstironie. Das sind schon drei deutliche Merkmale aus meinem SELBST-TEST: "Bin ich hochbegabt?". Er ist gerade dabei, seine dritte Karriere mit riesigen Erfolg zu meistern.

° Die erste Karriere war, als Bodybuilder mehrmals Mister Universum zu werden. Das hat er geschafft wie geplant, und zwar binnen kürzester Zeit.

° Nachdem er erkannt hatte, daß es als Bodybuilder nichts Bedeutenderes mehr zu gewinnen gab, steuerte er gezielt eine zweite Karriere als Schauspieler an. Dabei wetteiferte er deutlich dem einstigen Schwimm-Weltmeister Johnny Weismüller nach, der als Tarzan Filmgeschichte schrieb. Auch dies hat er geschafft: Schwarzenegger ist heute einer der bestbezahlten Hollywood-Stars und vielfacher Millionär (die zehn Millionen für seine Wahlkampagne bezahlte er aus der eigenen Tasche). Aber auch diesbezüglich begriff er jedoch irgendwann, daß er alles erreicht hatte.

° Getrieben von einer unglaublichen Willensstärke, Selbstdisziplin und brennendem Ehrgeiz (und sicher auch einer guten Portion praktischer Intelligenz) strebte er eine dritte Karriere an, für die offenkundig der (ehemalige Schauspieler) Ronald Reagan Vorbild war: eine hohes politisches Amt. Geschafft auch dies: Schwarzenegger ist Gouverneur von Kalifornien geworden. (Ob er auch ein guter Regent seines Landes wird und seine Begabungen auch zum Wohl seiner Landsleute einsetzen kann oder ob sie ihm nur zur Befriedigung seines Narzißmus dienen - das wird die Zukunft zeigen. Die Chance hat er jedenfalls erhalten. Und er nützt sie erstaunlich gut, nach ersten Patzern.)



Arnie for Governor: Ein Mann mit Visionen


Ich möchte noch auf einige weitere Merkmale hinweisen, die ihn für mich zu einem sehr plausiblen Kandidaten für Hochbegabung machen - nicht unbedingt die der akademisch feinsinnigen Art, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit jedenfalls mit weit überdurchschnittlichem IQ.

Der Mann sagte am Anfang seiner Karriere, kaum zwanzig Jahre alt und gerade aus seinem steiermärkischen Dorf Thal herausgekrochen: "Ich will der größte Bodybuilder der Welt werden, der größte Bodybuilder aller Zeiten und der reichste Bodybuilder der Welt. Ich will in den USA leben, ein Hochhaus mein eigen nennen und Filmstar werden. Am Ende wäre ich gerne Produzent." (Leigh 1990, S. 57)

Ein Mann mit einer Vision, wenn auch mit sehr schlichten Inhalten, könnte man meinen; ein Mann mit einer großen, großen Portion Grandiosität. Ein Mann, der genau das erreicht hat, und noch einiges mehr. Ein Mann, der von sich erstaunlicherweise auch sagt: "Ich kann die meiste Zeit allein sein", der Maupassant liest und der an der Universität von Wisconsin ein Studium in Betriebswirtschaft abgeschlossen hat, das er als Kaufmann (im Nebenberuf gewissermaßen) äußerst wirksam in die Praxis umsetzt. Der in die fremde amerikanische Sprache und Kultur so eintauchte, daß er zu ihrer perfekten Personifikation werden konnte und allseits akzeptiert wird.

Der es aber auch schaffte, alle seine Handicaps aus der Herkunft (der Vater war ein kleiner autoritärer und verständnisloser Dorfpolizist), ein äußerst bemsendes
"Zweites Erbgut" (wie ich das nenne) auf geradezu unglaubliche Weise zu transformieren und sogar Eintritt in die feinsten Kreise der US-Gesellschaft zu erhalten:

Er heiratete mit Maria Shriver eine Nicht von John F. Kennedy. Daß ihn diese promovierte Journalistin, gewissermaßen dem amerikanischen Hochadel angehörend und von bestem beruflichen Standing (und sicher selbst eine Hochbegabte) als Lebenspartner akzeptiert hat, ist für mich der beste Beweis, daß Schwarzenegger alles andere als ein Dummkopf ist. Seine erste wichtige Filmrolle, die des Barbarenhelden Conan, charakterisiert ihn vielleicht am besten.



"Conan, der Barbar"


Conan ist Sohn eines Häuptlings, der mitsamt seinem Stamm ermordet wird, als Sklave endlos eine Tretmühle bewegen muß, dann freigekauft und zum gefürchteten Kämpfer trainiert wird - und am Ende (nicht des Films, sondern der Romanserie um diese Figur) König eines eigenen Reiches ist. Theseus revidivus, gewissermaßen.
Schwarzenegger hatte zu Beginn seiner Karriere nichts als seinen Körper. Da muß schon ein äußerst intelligentes Gehirn drinstecken, um das daraus zu machen, was er bis jetzt geschafft hat.



Bibliographie

Hujer Marc: "Ein amerikanischer Alptraum". In: Spiegel Nr. 31 vom 30. Juli 2007
Janitschek, Hans: Arnold von Kalifornien. München 2004 (Heyne TB)
Leigh 1990, zit.n. Siilva, s. 57
Silva, Burt N.: Arnold Schwarzenegger: Eine Erfolgsstrory. München 1991 (Heyne TB)


Filmographie

Cameron. James (Regie): Terminator 1. USA 1984 (Orion)
Cameron, James: Terminator 2. (Judgement Day) USA 1991 (Carolco)
Davis, Andrew (Regie): Collateral Damage. USA 2002 (Imagion)
Glaser, Paul Michael (?Regie): The Running Man. USA 1987
Hill, Walter (Regie): Red Heart. USA 1988 (Canal).
Hyams, Peter (Regie): End of Days. USA 1999 (Touchstone / Buena Vista)
Kienzle, Birgit (Regie): Arnold Schwarzenegger. 23. Juli 2007 (arte)
Milius, John (Regie): Conan der Barbar. USA 1981 (Dino de Laurentiis)
Mostow, Jonathan (Regie). Terminator 3: Rebellion der Maschinen. USA 2003 )
Spottiswoode, Roger (Regie): The Sixth Day. USA 2000 (Columbia)
Verhoeven, Paul (Regie): Total Recall. USA (Carolco)


(c) 2007 / 2004 beim Autor Jürgen vom Scheidt / Quelle: Website "www.hyperwriting.de"