BÜRCHNER BERG-WERKE

Diese Geschichten sind in unseren Seminaren im Wallis entstanden



Die Walliser mögen sich vielleicht wundern, wenn sie diese Geschichten lesen.
Aber so ist das eben, wenn die Besucher aus der Fremde einfallen wie Aliens von einem fernen Planeten:
Die schöne Landschaft rund um Bürchen, die interessanten Menschen und "Was man so hört und sieht beim Wandern" - all dies regt eben die Phantasie an.


(Das Foto zeigt eine im Sep 2005 von Robert Jez geschaffenen Skulptur: der Schwellenhüter am Eingang des Bürchner Labyrinths)

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[2007-10-18 wip / ur 2001-12-10]


(Autor: Jürgen vom Scheidt)


Wer die Freude am Schreiben und die Anregung einer kreativen Gruppe kennenlernen will, kann sich anmelden für einen der Workshops, die wir jedes Jahr in Bürchen veranstalten. Den nächsten Termin finden Sie im PROGRAMM


Auf dieser Seite finden Sie folgende Themen:

° Zweite Heimat im Wallis
° Wie wir nach Bürchen gekommen sind
° Die Walliser mögen sich wundern...
° Geschichten rund ums Augstbordhorn [= Inhalt der Anthologie]


Auf dieser Verzweigung wollen wir nach und nach eine Anthologie mit - vor allem erzählenden - Texten aufbauen, die im (Ober-)Wallis entstanden sind und in dieser herrlichen Hochgebirgslandschaft im Süden der Schweiz spielen.

Aber wie kommt es, daß wir uns gerade hierher "verirrt" haben?



Zweite Heimat im Wallis


Seit vielen Jahren komme ich mit meiner Frau Ruth nach Bürchen im (deutschsprachigen) Oberwallis. Der Ort liegt oberhalb Visp auf einem Plateau, von dem aus man einen grandiosen Blick aufs Bietschhorn (den Hausberg der Bürchner und Beinahe-Viertausender) hat. (Der Name Bürchen kommt übrigens von den Birken, denen man hier überall begegnet.)

Gleich um die Ecke sind die Täler in Richtung Goms, Saas Fee und Zermatt. Der Ausflug über die Moosalp auf den Stand zeigt sie den staunenden Besuchern.

Bei der ersten Wanderung jedes Seminars, die traditionsgemäß nach Zeneggen führt, hat man zudem den Blick auf die Mischabell-Gruppe mit dem Ried-Gletscher.

Anderntags bietet sich ein kleiner Abstecher an zum nur zehn Minuten entfernten BEGEHBAREN LABYRINTH IN BÜRCHEN

Und so geht es weiter - jeden Tag mit einer anderen Tour. Mit immer anderen Ausblicken von den gut zu gehenden Panoramawegen. Wobei auch die Talfahrt mit der neuen Seilbahn von Unterbäch nach Raron und der Ausflug zum Rilke-Grab nicht fehlen, mit ihrer berühmten, so rätselhaften Inschrift aus Rilkes eigener Feder:


"Rose
oh reiner Widerspruch
Lust
Niemandes Schlaf zu sein
unter so viel
Lidern"





Wie wir nach Bürchen gekommen sind


Für Ruth ist das leicht beantwortet. Ihr Geburtsname verrät es: Zenhäusern. Die Familienlinie väterlicherseits stammt direkt aus diesem Ortsteil von Bürchen.

Die Website des Ortes erreichen Sie direkt über diesen HyLink: CH-3935 Bürchen

Und ich, Jürgen vom Scheidt? Ich ließ mich 1980 gerne hierher ins - vorher unbekannte - Wallis entführen. Es war Liebe auf den ersten Blick und bald so etwas wie das Gefühl, eine dritte Heimat gefunden zu haben (nach dem Ort meiner Kindheit und Jugend Rehau und der zweiten Heimat München ab 1956).

Es ist überhaupt kein Problem, drei Heimaten zu haben (und dann noch zusätzlich als - nicht minder wichtigen - Geburtsort Leipzig). Man muß nur jeweils richtig anwesend sein und die Schönheiten und Reize des Ortes wahrnehmen und genießen.

Aber das Wallis hat schon etwas ganz Besonderes, und das liegt nicht nur an den imposanten Viertausendern ringsum:

° Da ist die vielfältige Natur - vor allem im Frühling, wenn auf den - ungedüngten - Wiesen dreißig und mehr verschiedene Blumen blühen.

° Da sind die Suonen, diese künstliche Bäche, mit denen die Hänge ums Augstbordhorn und in den anderen Tälern bewässert werden und die zugleich den Wanderern selbst in sommerlicher Hitze Erfrischung vormurmeln und zuplätschern. Diese - teils schon (bis zu tausend Jahre) uralten - Wasserleitungen sind großartige Bauwerke - ersonnen und durchgeführt von ungewöhnlich motivierten und begabten Menschen, oft unter Lebensgefahr gebaut .

(Eine kleine Anregung für Sprachforscher: Ist es nur Zufall, daß das türkische Wort für Wasser so sehr ähnlich der Bezeichnung Suon für die hießigen Wasserleitung ist - nämlich Su ?
Vom Hotelier des Hotels "Alpenblick" in Zeneggen gibt es übrigens ein sehr fundiertes und gut zu lesendes, zudem üppig bebildertes Buch über die Suonen der Region um Bürchen und seine Nachbarorte: über ihre tausendjährige Geschichte, die schwierigen Renovierungen und die unschätzbare Bedeutung dieser baulichen Meisterwerke für die Region: Die Geschichte des Augstbordwassers.
Ich besuchte Klaus Kenzelmann am 24. September 2001, gleich nachdem ich sein Buch in Visp gekauft und fasziniert darin geschmökert hatte. Wir hatten ein anregendes Gespräch.)


° Da sind die gastlichen Lokale allerorten (obwohl es sich für manche Ausflüge empfiehlt, ein Picknick mitzunehmen - nicht an jedem Talende wartet eine gemütlichen Beiz).

° Da sind -

Ach was soll´s! Kommt doch einfach her ins Wallis und schaut euch selber um.




Die Texte, die wir auf dieser Verzweigung nach und nach als kleine Anthologie versammeln wollen, sind so etwas wie ein Dank für die Gastfreundschaft des Wallis und seiner Bewohner. Und wie eingangs gesagt bzw. geschrieben:



Die Walliser mögen sich wundern...


... wenn sie diese Geschichten lesen. Aber so ist das eben, wenn die Besucher aus der Fremde einfallen wie Aliens von einem fernen Planeten:

Die schöne Landschaft rund um Bürchen, die interessanten Menschen und Was-was-man-so-hört-beim-Wandern -

- all dies regt die Phantasie an. Manches wird auch miß- oder falsch verstanden. Und beim Schreiben in der Gruppenatmosphäre kommt noch so manches dazu, was dann beim Vorlesen abends am Kamin des "Chalet Pluto" diese in den Bergen entstandenen Werke ihren Charme entfalten läßt.

"Honni soit qui mal y pense!" ("Ein Schelm, der Böses denkt.")



Geschichten rund ums Augstbordhorn


Man nennt die Gegend um Bürchen auch Augstbord-Region, so benannt nach dem Gipfel des Augstbordhorns, an dessen Flanken sich die Bürchner Gegend gewissermaßen anschmiegt. Hier gibt es viele Ausblicke und Einblicke in eine ungemein vielfältige Landschaft. Da steigen die Gipfel in allen Himmelsrichtungen empor, nicht wenige bis auf 4000 Meter und höher (und auch im Sommer oft noch mit Schnee geweißelt). Da plätschert immer wieder eine offene Wasserleitung neben dem Wanderweg und spendet selbst bei intensivster Julihitze (und es kann hier oben tagsüber wirklich ganz schön heiß werden) angenehme Kühle - oder wenigstens die Illusion davon.

Und da ist dann noch, zu mancher Nachtwanderung verlockend, der unglaublich schöne Sternhimmel, in vielen klaren Nächten. Wenn dann - speziell während der "Leoniden-Tage" im August so manche Sternschnuppe oben ihre leuchtende Spur zieht - darf man sich bekanntlich etwas wünschen.

Viele Anregungen also für Menschen, die ihre Erlebnisse gerne auch schriftlich einsammeln. Und so sind die Texte entstanden, die hier als Bürchner Berg-Werke gesammelt werden.

Das BEGEHBARE LABYRINTH, das ich im September 2003 mit einer Schulklasse auf einer Wiese mit prächtigem Rundblick anlegen konnte, regt inzwischen zu Geschichten an. Eine eigene trägt den Titel WAS DAS LABYRINTH ERZÄHLT

Bibliographie
Kenzelmann, Klaus "Die Geschichte des Augstbordwassers". Visp 2001 (Mengis Druck).


© 2007 für diesen Text: Jürgen vom Scheidt/ IAK München : www.hyperwriting.de